Dezember 2018

 

Meine Berufung

Fortese Bucolli ist in der einjährigen Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Ihr Heimatland liegt ca. 1 500 km entfernt in der Republik Kosovo. Ihre neue Heimat ist nicht nur Deutschland, sondern es sind auch die Herzen der Bewohner im ambulant betreuten Wohnen „Kamillus“ in Sangerhausen. Wir haben Fortese in ihrer Praktikumseinrichtung „Kamillus“ besucht und sie einige Stunden bei der Arbeit begleitet. Diese Begegnung machte mir als Vertreter der Sozialakademie Sangerhausen Freude und gibt Hoffnung für die Pflege und Betreuung alter Menschen.

 Bett richten Mittel

Damit sich die Menschen wohlfühlen können, müssen viele kleine und große Aufgaben erledigt werden. Fortese richtet das Pflegebett wunschgerecht her, während die Bewohnerin das Fernsehprogramm studiert.

 

 RR Sonne Mittel

Routinemäßig wird bei einer älteren Dame der Blutdruck kontrolliert. Nicht selten werden dabei auffällige Werte festgestellt.

 

 Doku Home Mittel

Einrichtungsleiterin Frau Romy Meyer (rechts) unterweist die Auszubildende in der Dokumentation. Alle erhobenen Daten werden dort gewissenhaft niedergeschrieben. Sie bilden die Grundlage für alle pflegerischen Maßnahmen.

 

Junge engagierte Leute wie Fortese Bucolli sind für unsere Altenpflegeschule und für unsere Gesellschaft eine enorme Bereicherung. Wir haben Fortese für Sie interviewt: 

 

Liebe Fortese, vielen Dank für Ihr Einverständnis für ein Interview mit der Sozialakademie Sangerhausen.

 

Sie haben sich für eine Tätigkeit in der Altenpflege entschieden. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

„Es hat mir immer Freude bereitet, älteren Menschen zu helfen. Nach meinem Abitur im Kosovo bin ich nach Deutschland gezogen. Nach zahlreichen abgeschlossenen Deutschkursen habe ich mich entschieden, eine Ausbildung als Altenpflegerin zu machen.“

 

Haben Sie bereits Erfahrungen im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen?

„Nein, ich habe keine Erfahrungen.“

 

Ihr Abiturzeugnis ist sehr beeindruckend. Sie haben in nahezu allen Fächern volle Punktzahl. Sie sprechen außer Ihrer Muttersprache Albanisch weiterhin Deutsch, Englisch und Französisch. Worin sehen Sie den Grund für diese super Leistungen?

„Ich wurde schon früh von meinen Eltern so erzogen immer mein Bestes zu geben, egal ob in der Schule, bei der Arbeit oder im Familienleben.“

 

Woher haben Sie von der Sozialakademie Sangerhausen erfahren, durch das Internet, Bekannte oder…?

„Ich wollte schon immer in der Pflege tätig sein um pflegebedürftigen Menschen zu helfen. Von meiner Berufsberaterin habe ich den Tipp bekommen, mich bei Ihnen zu bewerben.“

 

Was schätzen Sie an der Sozialakademie? Welche Erwartungen haben Sie an die Lehrer und Dozenten?

„Ich hatte lange Bedenken und habe lange Zeit gezögert, eine Ausbildung zu beginnen. Der Grund ist die Sprache. Doch in der Sozialakademie ist das kein Problem. Die Lehrer und Dozenten entsprechen meinen Erwartungen. Sie nehmen große Rücksicht und erklären mir alles.“

 

Fühlen Sie sich in der APH 12 wohl?

„Ja, ich fühle mich wohl. Meine Mitschüler haben mich sehr freundlich aufgenommen.“

 

Wo sind Sie zur Schule gegangen? Hat Ihnen das Lernen Freude gemacht? Waren Ihre Lehrer nett?

„Ich bin zehn Jahre in die „Thimi-Mitko-Schule“ gegangen, danach drei Jahre in das Gymnasium „Zenel Hajdini“. Das Lernen hat mir Freude gemacht, weil die Lehrer dort auch nett waren.“ 

 

Vermissen Sie Ihre Heimat, die Menschen, Freunde, Familie?

„Natürlich vermisse ich meine Familie, Verwandten usw. weil wir uns nur selten sehen. Es ist sehr schwer für mich, meine Familie nur einmal im Jahr zu sehen, aber wir telefonieren jeden Tag.“

 

Gibt es in Ihrem Heimatland auch Pflegeheime? Wie geht man dort mit alten Menschen um?

„In meiner Heimat gibt es wenige Pflegeheime, da die älteren Menschen zu Hause von der Familie oder Angehörigen gepflegt werden.“

 

Mit so guten Voraussetzungen steht Ihnen die Welt offen. Haben Sie einen Traum für Ihr Leben?

„Ich möchte erstmal meine Helferausbildung erfolgreich abschließen. Danach werde ich meine Ausbildung um zwei Jahre verlängern, um dann als Fachkraft arbeiten zu können.“

 

Herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich genommen haben. Und ganz wichtig: Möchten Sie jemanden grüßen?

„Ich grüße ganz lieb meine Familie.“ 

Das Interview führte Steffen Gaudlitz.

 

 

 

 

Altenpflegeklasse A 26 mit Klassenlehrer Herr Gaudlitz (rechts)

 

Hinter den Auszubildenden liegt das erste längere Praktikum. Erfahrungen der Schüler wurden in einem Bericht niedergeschrieben. Hier einige sehr aussagekräftige Zitate aus diesen Berichten:

 

„Ich kann Menschen helfen, die wirklich Hilfe brauchen. Ich kann für jemanden da sein, der einsam ist. Und wenn ich dann ein Lächeln zurückbekomme, ist das meine Erfüllung. Dies möchte ich nicht missen.“ 

Isabel Kämmerer

 

„Jeder Tag brachte bisher etwas Neues. Ich konnte sehr viele wunderbare Erfahrungen sammeln.“

Anna-Lena Winselmann

 

„Ich finde es sehr toll, mich um andere Menschen zu kümmern, für diese Personen da zu sein und ihnen helfen zu können.“

Michelle Schabacker

 

"Man bekommt in diesem Beruf so viel von den Bewohnern zurück. Selten habe ich das Wort „danke“ sooft gehört wie jetzt.“

Svenja Kullmann

 

 

 

Wenn die Ausbildung Freude macht

 

Sichtlich gut gelaunt genießen junge Leute ihre Ausbildung an der Sozialakademie Sangerhausen und, in diesem Jahr eine Besonderheit, den wunderschönen Sommer. Wer hätte das gedacht, dass Lernen auch Spaß machen kann…

 

Schulleiterin und Klassenlehrerin Frau Franke (zweite von links) freut sich sehr über ihre neue Altenpflegehelferklasse APH 12, die seit dem 01.08.2018 an der Sozialakademie ihre Ausbildung begonnen hat. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich junge Menschen für einen derart anspruchsvollen und verantwortungsbewussten Beruf entscheiden.  

 

 Ganz entspannt und mit viel Sonne im Herzen grüßt die Klasse A 25 im zweiten Ausbildungsjahr.

 

 

In der Klasse A 24 fühlen sich alle Lehrer und Dozenten wohl, das gilt im Besonderen für unseren langjährigen Gastdozenten Herrn Strobach (links) und Klassenlehrerin Frau Zimmermann (4. von rechts). Jetzt im dritten Lehrjahr konzentrieren sich alle auf die Abschlussprüfungen. Das Team der Sozialakademie steht allen unterstützend zur Seite.

 

 

A 23 Abschlussfeier Klein

 

Abschlussfeier A 23

 

Am gefühlt heißesten Tag in diesem Sommer, das Thermometer zeigt über 37 °C, ist es endlich geschafft. Drei Jahre Ausbildung zur/m staatlich anerkannten Altenpflegerin/er sind vorbei. Und diese drei Jahre, so erzählten es die frisch gebackenen Fachkräfte, hatten es in sich. Der anspruchsvolle Stoff in der Theorie, die vielen Klassenarbeiten, die Krankheitsbilder… und der praktische Einsatz im ambulanten und stationären Bereich forderten Disziplin und Engagement von jedem. Doch heute am 31.07.2018 ist die Ausbildung vorbei. Mit der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse ist es besiegelt. Das Ziel ist erreicht. Ein sehr bedeutender Schritt ist geschafft. Und wofür? Für den nächsten. Für den Schritt ins Leben. Um einen Arbeitsplatz muss sich an diesem Tag keiner Sorgen. Alle neuen Fachkräfte werden bereits in ihren Einrichtungen erwartet. Für die meisten beginnt bereits morgen, also am 01.08.2018 der erste Arbeitstag als Fachkraft. Jedem ist die Bedeutung und Verantwortung, aber auch die Chance bewusst, die der Wechsel vom „Azubi“ zur Fachkraft so mit sich bringt. Die Lehrer und Dozenten der Sozialakademie Sangerhausen wünschen allen frisch gebackenen Fachkräften von Herzen alles Gute und einen guten Start ins neue Leben.